Pressemitteilung: Kritik an Blankenburgs Gasbohrungs-Kurs
Grüne Jugend Lüneburg kritisiert Jakob Blankenburgs Äußerungen zu Gasbohrungen aufs Schärfste
Lüneburg, den 24.04.2026. Der Grüne Jugend Kreisverband Lüneburg kritisiert den Lüneburger SPD-Bundestagsabgeordneten und Sprecher der Arbeitsgruppe für Umweltschutz Jakob Blankenburg aufgrund seiner Stellungnahme zu weiteren Gasbohrungen vor Borkum. Die Koalition in Berlin streitet um ein verschärftes, von Umweltminister Carsten Schneider vorgeschlagenes Meeresschutzgesetz, welches Gasbohrungen in Meeresschutzgebieten verbieten würde.
Blankenburg hält weiter an dem noch ausstehenden Unitarisierungsabkommen mit dem Energiekonzern One Dyad fest und schlägt vor, statt vertikal durch das Meeresschutzgebiet nun horizontal seitlich unter diesem Gebiet zu bohren (Tagesspiegel, 20.04.2026). Solche Gasbohrungen würden nichtsdestotrotz den bereits angeschlagenen Zustand des Wattenmeers in Niedersachsen weiter gefährden und möglicherweise eine Aberkennung als Weltnaturerbe zur Folge haben (NDR 2026).
Carlotta Barlag, Sprecherin der Grünen Jugend Lüneburg, meint: „Das Verhalten der Koalition ist vollkommen unverantwortlich gegenüber zukünftigen Generationen. Als Direktgewählter in Lüneburg hat Herr Blankenburg die Verantwortung, Politik im Sinne der Bevölkerung zu machen. Gasbohrungen werden nicht weniger klimaschädlich, nur wenn sie horizontal geschehen. Sie gefährden ganze Ökosysteme und sind auf keinen Fall eine klimafreundliche Übergangstechnologie.“
„Erst letzten Samstag sind in ganz Deutschland über 80.000 Menschen gegen den Gaswahn der Bundesregierung und für einen schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien auf die Straße gegangen“, ergänzt Laurens Andresen, Sprecher der Grünen Jugend Lüneburg. „Die Debatte um weitere Gasbohrungen verklärt die akute Handlungsnot angesichts der Klimakrise und setzt unseren gesamten Wohlstand aufs Spiel. Die SPD muss sich jetzt in der Koalition dafür einsetzen, die Klimakrise nicht weiter zu befeuern und das Weltnaturerbe zu schützen.“
Zudem wundert sich der Kreisverband der Grünen Jugend Lüneburg, wie diese Forderungen von Jakob Blankenburg mit den Positionen seines eigenen Juso-Landesverbandes vereinbar sind, da dieser sich schon letztes Jahr klar gegen die Gasbohrungen vor Borkum positioniert hat.
Barlag und Andresen fordern gemeinsam: „Lieber Herr Blankenburg: Bitte hören Sie auf die zahlreichen Stimmen aus der Wissenschaft, der Medienlandschaft und der Zivilgesellschaft. Setzen Sie sich endlich entschieden gegen die lobbynahe Wirtschaftsministerin Reiche durch und unterstützen Sie stattdessen eine klimafreundliche und unabhängige Energiepolitik. Ein sofortiger Stopp des Bohrens nach Gas vor Borkum, der Exploration weiterer Gasförderungen sowie des Baus neuer Gaskraftwerke ist unvermeidbar, wenn Sie das selbsternannte Ziel der Klimaneutralität 2045 noch irgendwie aufrechterhalten wollen. Wir möchten nichtsdestotrotz lobend hervorheben, dass Blankenburg sich klar für die Neubaustrecke zwischen Lüneburg und Hannover und damit für mehr klimafreundliche Mobilität und gegen den eigenen Ministerpräsidenten Lies und den Parteivorsitzenden Klingbeil ausspricht. Dieselbe Klarheit würden wir uns jedoch auch bei den Gasbohrungen vor Borkum wünschen. Jetzt ist der Zeitpunkt, sich in der Koalition für Klimaschutz einzusetzen.“